Was ist Herpes?

Genitalherpes – Symptome, Übertragung, Schutz & Behandlung

Genitalherpes, auch Herpes genitalis oder Herpes-simplex-Genitalis, ist eine der häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen (STIs) weltweit. Ausgelöst durch das Herpes-simplex-Virus (HSV), bleibt die Infektion lebenslang im Körper und kann immer wieder ausbrechen. Viele Menschen bemerken eine Infektion zunächst nicht, da Herpes auch ohne Symptome übertragen werden kann.

Wichtige Fakten über Genitalherpes:

  • Zwei Herpes-Typen können Genitalherpes auslösen: HSV-1 (häufig Lippenherpes, aber auch Genitalinfektionen) & HSV-2 (hauptsächlich Genitalherpes).
  • Herpes bleibt ein Leben lang im Körper – das Virus kann durch verschiedene Faktoren wie Stress, schwaches Immunsystem oder hormonelle Veränderungen reaktiviert werden.
  • Keine vollständige Heilung möglich, aber die Symptome können behandelt und Ausbrüche reduziert werden.
  • Kondome verringern das Risiko, bieten aber keinen vollständigen Schutz, da das Virus über Hautkontakt übertragen wird.

Da viele Menschen das Virus unwissentlich in sich tragen, ist ein bewusster Umgang mit Schutzmaßnahmen und Symptomen wichtig! Mehr über sexuell übertragbare Infektionen und Schutzmaßnahmen erfährst du in unserer hilfreichen Übersicht.

Herpes-Übertragungswege: Wie steckt man sich an?

Genitalherpes wird durch direkten Haut- oder Schleimhautkontakt mit infizierten Stellen übertragen. Dabei sind nicht nur sichtbare Herpesbläschen ansteckend – auch ohne Symptome kann das Virus weitergegeben werden.

  • Sexuelle Übertragung: Ungeschützter Vaginal-, Anal- oder Oralverkehr ist das häufigste Risiko.
  • Übertragung durch Oralsex: Lippenherpes (HSV-1) kann auf den Genitalbereich übertragen werden.
  • Schmierinfektion: Kontakt mit infizierten Hautpartien oder Flüssigkeiten (z. B. durch Berühren eines Herpesbläschens und anschließendem Kontakt mit den Schleimhäuten).
  • Übertragung von der Mutter auf das Kind: Während der Geburt kann Herpes für Neugeborene gefährlich sein.

Sind Lippenherpes und Genitalherpes das Gleiche?

Nein, Lippenherpes und Genitalherpes werden durch zwei verschiedene Typen des Herpes-simplex-Virus (HSV) verursacht, auch wenn sie sich in einigen Punkten ähneln. Beide Virustypen sind hochansteckend und bleiben lebenslang im Körper, können jedoch an unterschiedlichen Körperstellen auftreten.

  • HSV-1 (Herpes simplex Typ 1) ist hauptsächlich für Lippenherpes (Herpes labialis) verantwortlich, kann aber auch Genitalherpes verursachen, wenn das Virus z. B. durch Oralsex übertragen wird.
  • HSV-2 (Herpes simplex Typ 2) ist der häufigste Verursacher von Genitalherpes (Herpes genitalis), tritt aber seltener im Mundbereich auf.

Beide Herpes-Typen können durch direkten Hautkontakt übertragen werden! Das bedeutet, dass jemand mit Lippenherpes durch Oralsex eine Genitalinfektion verursachen kann – und umgekehrt.

Ist Genitalherpes über die Toilette übertragbar?

Nein, eine Übertragung von Herpes genitalis über Toilettensitze, Handtücher oder gemeinsam genutzte Gegenstände ist extrem unwahrscheinlich.

  • Das Herpesvirus überlebt nur sehr kurz außerhalb des Körpers, da es auf direkten Hautkontakt angewiesen ist.
  • Die meisten Infektionen erfolgen durch direkten Schleimhautkontakt, also beim Geschlechtsverkehr, Oralsex oder Schmierinfektionen durch Berührung infizierter Hautpartien.
  • Selbst eine Übertragung durch gemeinsam genutzte Handtücher oder Bettwäsche ist extrem selten, da das Virus ohne Körperkontakt nicht lange aktiv bleibt.

Wichtig: Wer einen aktiven Herpesausbruch hat, sollte darauf achten, keine offenen Bläschen zu berühren und regelmäßig die Hände zu waschen, um eine Schmierinfektion zu vermeiden.

Genitalherpes-Symptome & mögliche Folgen

Woher weiß ich, ob ich Genitalherpes habe?

Genitalherpes kann sich auf unterschiedliche Weise äußern – manche Menschen haben deutliche Symptome, während andere kaum oder gar keine Beschwerden bemerken. Das macht die Infektion besonders tückisch, da das Virus auch ohne sichtbare Anzeichen weitergegeben werden kann.

Die ersten Symptome treten meist 2 bis 12 Tage nach der Ansteckung auf, können aber auch erst Monate oder Jahre später auftreten. Der erste Herpes-Ausbruch ist oft besonders intensiv, während spätere Reaktivierungen meist milder verlaufen.

Herpes-Anfangsstadium: Die ersten Anzeichen

Viele Betroffene bemerken vor dem eigentlichen Ausbruch ein Kribbeln oder Jucken im Intimbereich, was ein erstes Warnsignal sein kann.

  • Kribbeln, Jucken oder Brennen im Genitalbereich
  • Hautausschlag oder Rötungen
  • Allgemeines Unwohlsein, Fieber, geschwollene Lymphknoten

Hauptsymptome bei einem Herpes-Ausbruch

Wenige Tage nach den ersten Anzeichen können sich schmerzhafte Bläschen bilden, die mit infektiöser Flüssigkeit gefüllt sind.

  • Schmerzhafte Herpesbläschen, die mit klarer oder milchiger Flüssigkeit gefüllt sind
  • Offene Wunden nach dem Platzen der Bläschen – diese können nässen und schmerzen
  • Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen, besonders bei Frauen, wenn Urin mit den wunden Hautstellen in Kontakt kommt
  • Unangenehme Druckgefühle oder Juckreiz, vor allem im Bereich der Genitalien, des Afters oder der Oberschenkel

Wie lange ist Herpes ansteckend?

Herpes ist besonders ansteckend, solange sich Bläschen auf der Haut befinden und mit Flüssigkeit gefüllt sind, da sie große Mengen an Viren enthalten. Die höchste Ansteckungsgefahr besteht, wenn die Bläschen aufplatzen und offene Wunden entstehen. Sobald die Wunden abheilen und sich Krusten bilden, nimmt die Ansteckungsgefahr ab. Aber Achtung: Auch in symptomfreien Phasen kann das Virus weitergegeben werden (sogenannte „asymptomatische Virusausscheidung“).

Das bedeutet: Auch wenn keine Bläschen sichtbar sind, kann Herpes ansteckend sein. Deshalb ist es wichtig, Schutzmaßnahmen wie Kondome zu nutzen und bei ersten Anzeichen auf Sex zu verzichten.

Prävention & Schutz: Wie kann man sich vor Herpes schützen?

Da Herpes über direkten Hautkontakt übertragen wird, bieten Kondome nur begrenzten Schutz. Dennoch sind sie eine der wichtigsten Maßnahmen, um das Ansteckungsrisiko zu verringern.

  • Kondome & Lecktücher verwenden, um den Kontakt mit infizierten Hautpartien zu reduzieren.
  • Kein direkter Kontakt mit Herpesbläschen – bei einem aktiven Ausbruch auf Sex verzichten.
  • Händewaschen nach dem Berühren infizierter Stellen, um eine Schmierinfektion zu vermeiden.
  • Stress vermeiden – Stress kann Herpes-Reaktivierungen auslösen.

Herpes-Besonderheiten: Auslöser für Reaktivierung

Einmal infiziert, bleibt das Herpes-simplex-Virus (HSV) ein Leben lang im Körper. Nach einem ersten Ausbruch zieht sich das Virus in die Nervenzellen zurück und kann dort inaktiv schlummern – oft über Monate oder sogar Jahre hinweg.

Doch das Virus kann jederzeit wieder aktiviert werden, wenn bestimmte Auslöser das Immunsystem schwächen oder die Nerven reizen. Manche Menschen haben nur selten oder gar keine erneuten Ausbrüche, während andere regelmäßig darunter leiden.

  • Stress & Schlafmangel – beeinträchtigen das Immunsystem und können einen Herpes-Schub auslösen.
  • Hormonelle Veränderungen (z. B. während der Menstruation oder in der Schwangerschaft) – können die Virusaktivität beeinflussen.
  • Geschwächtes Immunsystem – z. B. durch Erkältungen, andere Infektionen oder chronische Erkrankungen.
  • UV-Strahlung & Sonnenbrand – insbesondere bei Lippenherpes ein häufiger Trigger.

Herpes & Schwangerschaft: Risiken für das Baby?

Genitalherpes kann in der Schwangerschaft und während der Geburt gefährlich für das Baby sein, da Neugeborene ein noch unreifes Immunsystem haben und Herpes-Infektionen schwer verlaufen können.

  • Bestehende Infektion: Wenn die Mutter schon länger infiziert ist, besteht meist kein großes Risiko, da das Baby durch mütterliche Antikörper teilweise geschützt ist.
  • Erstinfektion in der Schwangerschaft: Besonders riskant im letzten Drittel der Schwangerschaft, da das Immunsystem des Babys noch nicht ausreichend geschützt ist.
  • Übertragung bei der Geburt: Falls die Mutter zum Zeitpunkt der Geburt einen aktiven Herpes-Ausbruch hat, kann das Virus auf das Baby übergehen und eine Neugeborenen-Herpes-Infektion (Herpes neonatorum) auslösen.

Ein Kaiserschnitt wird empfohlen, wenn ein aktiver Ausbruch zum Zeitpunkt der Geburt vorliegt, um das Risiko einer Übertragung zu minimieren. In einigen Fällen kann auch eine antivirale Therapie in den letzten Schwangerschaftswochen helfen, das Risiko eines Ausbruchs zu senken.

Häufige Fehler bei der Kondomverwendung & Herpes-Schutz

Es gibt viele Missverständnisse rund um Herpes, die dazu führen, dass sich Menschen unsicher fühlen oder sich nicht richtig schützen. Hier sind einige der häufigsten Mythen – und die Wahrheit dahinter:

  • „Kondome bieten 100 % Schutz vor Herpes.“ – Falsch! Herpes kann auch durch Hautkontakt außerhalb des abgedeckten Bereichs übertragen werden.
  • „Herpes ist nur ansteckend, wenn Bläschen sichtbar sind.“ – Falsch! Auch in symptomfreien Phasen kann das Virus weitergegeben werden.
  • „Lippenherpes und Genitalherpes sind zwei völlig unterschiedliche Erkrankungen.“ – Falsch! Beide Herpes-Typen können an verschiedenen Körperstellen auftreten.

Kondome senken das Risiko, bieten aber keinen vollständigen Schutz. Wer Herpes hat, sollte auf Warnsignale wie Kribbeln oder Jucken achten und während eines aktiven Ausbruchs auf engen Hautkontakt verzichten. Um dich dennoch zu schützen, findest du mehr Tipps zur richtigen Anwendung von Kondomen auf unserem Blog.

Genitalherpes-Test & Behandlung: Was tun bei Verdacht?

Ein Routine-Test für Herpes existiert nicht, da das Virus oft ohne Symptome bleibt. Wer jedoch ungewöhnliche Beschwerden im Intimbereich bemerkt oder Kontakt zu einer infizierten Person hatte, sollte einen Arzt aufsuchen.

Wie wird Genitalherpes getestet?

Ein Arzt kann Herpes anhand von Symptomen und körperlichen Untersuchungen diagnostizieren. In manchen Fällen wird ein Test durchgeführt:

  • Abstrich aus einer Herpesblase – direkt aus der infizierten Hautstelle entnommen (besonders zuverlässig bei frischen Bläschen).
  • Bluttest auf HSV-Antikörper – zeigt, ob eine frühere Infektion vorliegt, ist aber nicht immer aussagekräftig für einen aktuellen Ausbruch.
  • PCR-Test – kann das Virus nachweisen, wird aber meist nur in speziellen Fällen eingesetzt.

Wichtig: Viele Menschen tragen das Herpesvirus ohne Symptome in sich – ein positiver Antikörpertest bedeutet also nicht zwangsläufig, dass eine aktive Infektion vorliegt.

Wie wird Genitalherpes behandelt?

Da Herpes nicht heilbar ist, zielt die Behandlung darauf ab, Symptome zu lindern und Ausbrüche zu verkürzen.

  • Antivirale Medikamente (Tabletten oder Cremes) – hemmen die Virusvermehrung und können bei regelmäßiger Einnahme auch vorbeugend wirken.
  • Salben gegen Herpesbläschen – reduzieren Schmerzen, beschleunigen die Heilung und verhindern eine weitere Ausbreitung.
  • Hausmittel, wie Kühlung oder Zinksalbe – können unterstützend wirken, um Juckreiz und Entzündungen zu lindern.

Eine vollständige Heilung ist nicht möglich, aber Medikamente können die Häufigkeit, Dauer und Schwere der Ausbrüche deutlich reduzieren. Wer häufig unter Herpes leidet, kann mit seinem Arzt über eine Langzeittherapie sprechen, um erneute Ausbrüche zu minimieren.

Schütz dich vor Genitalherpes

Genitalherpes ist weit verbreitet und kann auch ohne Symptome weitergegeben werden. Ein bewusster Umgang mit Schutzmaßnahmen und frühzeitige Behandlung helfen, das Risiko zu minimieren.

  • Kondome und Lecktücher nutzen, um das Übertragungsrisiko zu senken.
  • Auf Symptome achten und bei Verdacht sofort einen Arzt aufsuchen.
  • Stress und Immunschwäche vermeiden, um Ausbrüche zu reduzieren.

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